Studie zeigt, dass auditives Feedback der Schlüssel zur präzisen Zungenkontrolle beim Sprechen ist

von healthadmin
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Eine neue Studie der University of Oklahoma hebt hervor, wie wichtig das Hören in Echtzeit für die Verbesserung komplexer sprachmotorischer Fähigkeiten ist, was potenzielle Auswirkungen auf die Prävention von Sprachstörungen bei Menschen mit Hörverlust hat.

Laut der Untersuchung wird die Präzision der Zungenbewegungen beim Sprechen beeinträchtigt, wenn Menschen ihre eigene Stimme nicht hören können. Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift für Sprach-, Sprach- und Hörforschung, bietet wertvolle Erkenntnisse, die als Inspiration für Therapien zur Wiederherstellung der Sprachkontrolle bei Menschen mit Hörverlust oder nach Zungenkrebsbehandlungen dienen könnten.

Die Forschung unter der Leitung von Matthew Masapollo, PhD, Assistenzprofessor am OU College of Allied Health, untersucht die Bedeutung des auditiven Systems in der Sprachproduktion.

„Sprache fühlt sich zwar automatisch an, ist jedoch eine der kompliziertesten motorischen Fähigkeiten, die wir täglich einsetzen“, erklärt Masapollo in einer Pressemitteilung. „Unsere Studie zeigt, dass auditive Informationen helfen, die Bewegungen zu steuern.“

Methodik und Ergebnisse

Die Forscher verwendeten elektromagnetische Artikulographie, um Zungen- und Kieferbewegungen zu verfolgen, während die Teilnehmer die Laute „ta“ und „da“ produzierten. Die Experimente wurden sowohl unter Bedingungen durchgeführt, in denen die Teilnehmer ihre eigene Stimme hören konnten, als auch bei maskiertem Gehör.

Die Ergebnisse zeigten eine selektive Beeinträchtigung: Bei maskiertem Hören wurden die Zungenbewegungen, insbesondere das Anheben der Zunge gegen den Gaumen, variabler und weniger präzise. Die Kieferbewegungen blieben jedoch unbeeinträchtigt.

„Der Einfluss war am stärksten bei den Bewegungen zum Anheben der Zunge und weniger bei anderen Zungenbewegungen“, berichtet Masapollo. „Dies deutet darauf hin, dass das Gehirn nicht vollständig im Voraus plant, sondern auch auf sensorische Echtzeitinformationen angewiesen ist, um die Zungenbewegungen beim Sprechen zu regulieren.“

Die Studie legt nahe, dass hochbewegliche Strukturen wie die Zunge im Vergleich zu weniger flexiblen Strukturen wie dem Kiefer mehr sensorischen Input benötigen, um die Kontrolle über die Sprache zu erhalten.

Klinische Implikationen für die Rehabilitation

Die Ergebnisse sind von großer Bedeutung für Menschen mit Hörverlust, einschließlich Personen mit Cochlea-Implantaten, und sind relevant für eine neue Studie von Masapollo, in der Patienten des OU Health Stephenson Cancer Center behandelt wurden, die an Zungenkrebs litten. Behandlungen wie Chemotherapie können das Gehör beeinträchtigen, während chirurgische Eingriffe und Strahlung die Struktur und Flexibilität der Zunge beeinträchtigen können.

„Die sensorischen Nerven der Zunge sind bei Operationen oft betroffen, und die Strahlenbehandlung kann zu umfangreichem Narbengewebe in der Zunge führen“, erklärt er. „Patienten, bei denen Teile der Zunge entfernt wurden, können auch Schwierigkeiten beim Schlucken haben. Beim Schlucken hebt sich die Zunge, um einen dichten Verschluss gegen den Gaumen zu bilden, ähnlich den Zungenbewegungen, die zur Lautproduktion erforderlich sind.“

Masapollos Ziel ist es, die motorischen Beeinträchtigungen von Patienten vor und nach der Behandlung zu verfolgen und zu untersuchen, wie chirurgische Eingriffe und Strahlung die Zungenkontrolle beeinflussen. Das endgültige Ziel der Forschung ist es, Daten zur Verfügung zu stellen, die Logopäden und Ergotherapeuten helfen könnten, die Sprachrehabilitation für ihre Patienten zu verbessern.

Ausgewähltes Bild: Dreamstime

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