Tinnitus-App nutzt ACT- und CBT-Prinzipien für den Eintritt in den US-Markt

von healthadmin
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Der Schutz der Ohren und die Prävention von Tinnitus ist in den Fokus gerückt, da die in Europa entwickelte digitale Anwendung Freequency mit einem neuen Pilotprogramm in den USA startet. Am 22. April 2026 wird die App bei der Jahrestagung der American Academy of Audiology (AAA 2026) in San Antonio vorgestellt. Sie kombiniert verhaltens- und akzeptanzbasierte Therapieansätze in einem mobilen Format, um den Umgang mit Tinnitus zu erleichtern und damit potenziellen Hörverlust zu präventiv zu begegnen.

Freequency entwickelt sich von traditionellen Maskierungsmethoden weg und integriert stattdessen Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) sowie der Akzeptanz- und Bindungstherapie (ACT) in kurzen täglichen Sitzungen. Durch den Einsatz von Augmented Reality und räumlichem Audio werden Benutzer ermutigt, aktiv mit ihrem Tinnitus umzugehen, anstatt zu versuchen, ihn zu vermeiden oder zu unterdrücken.

„Durch die Exposition können Menschen flexibler auf Tinnitus reagieren“, erklärt Dr. Steven C. Hayes, ein führender Psychologe im Beirat von Freequency. „Das Ziel besteht nicht darin, das Geräusch zu beseitigen, sondern die Beziehung dazu zu verändern.“ Diese innovative Herangehensweise könnte entscheidend sein, um das Bewusstsein für ohrenbedingte Gesundheit zu schärfen und frühzeitige Interventionen zu fördern.

Die App, die ihren Ursprung in den Niederlanden hat, hat bereits Zehntausende von Benutzern überzeugt. Erste reale Daten zeigen laut den Entwicklern eine spürbare Verringerung des durch Tinnitus verursachten Stresses über die Zeit. Als Teil des Pilotprojekts wird die Anwendung nicht nur als eigenständige Intervention betrachtet, sondern soll auch die bestehende klinische Versorgung ergänzen, indem sie mit Gesundheitsdienstleistern zusammenarbeitet, um die Patientenbetreuung über die Klinik hinaus zu erweitern.

Zusätzlich zum psychologischen Beirat ist auch Dr. Jan de Laat, ein audiologischer Experte, beteiligt. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, die Benutzerfreundlichkeit und das Engagement der Patienten in einem US-amerikanischen Kontext zu beurteilen.

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