Eine neueste retrospektive Kohortenstudie zum staatlich vorgeschriebenen Screening auf kongenitales Zytomegalievirus (cCMV) in Minnesota hat bedeutende Fortschritte in der Patientenversorgung ergeben. Die Daten zeigen, dass das Screening-Programm nicht nur das Alter bei der ersten Audiologiebesuch signifikant gesenkt hat, sondern auch die Erkennung von leichtem Hörverlust bei Säuglingen verbessert wurde. Diese Erkenntnisse wurden in der Fachzeitschrift HNO-Heilkunde – Kopf- und Halschirurgie veröffentlicht, die von der American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery Foundation (AAO-HNSF) herausgegeben wird.
Das angeborene Zytomegalievirus ist die häufigste nicht-genetische Ursache für Hörverlust bei Neugeborenen und betrifft etwa 1 von 200 Säuglingen. Angesichts der Tatsache, dass der mit CMV verbundene Hörverlust fortschreitend sein kann, ist eine frühzeitige Diagnose, die durch Screening ermöglicht wird, entscheidend für die rechtzeitige Intervention und die optimale Behandlung im ersten Lebensmonat.
Dr. Andrew J. Redmann, Assistenzprofessor an der University of Minnesota Medical School und Children’s Minnesota, betont die positiven Auswirkungen des cCMV-Screenings: „Unsere Erfahrung in Minnesota zeigt, dass ein universelles Screening unsere Fähigkeit verbessert, leichten Hörverlust frühzeitig zu erkennen und das Leben betroffener Kinder zu verbessern.“ Er hofft, dass diese Ergebnisse als Orientierung für politische Entscheidungsträger in anderen Bundesstaaten dienen werden, um bessere Methoden zur Identifizierung und Behandlung von cCMV zu entwickeln.
Die Studie umfasste 132 Patienten, bei denen zwischen 2021 und 2024 cCMV diagnostiziert wurde, und verglich die Ergebnisse vor, während und nach der Einführung des universellen Screenings. Diese konsequente Überwachung und Evaluierung der Patientenversorgung zeigt, wie wichtig frühes Screening für herausragende Ergebnisse in der Hörgesundheit ist.
Nationale Interessenvertretung und gesetzgeberische Initiativen
Die Ergebnisse dieser Untersuchung stehen im Einklang mit den Bestrebungen der AAO-HNS, das cCMV-Screening auf Bundes- und Landesebene weiter voranzubringen. Dr. Rahul K Shah, Executive Vice President und CEO von AAO-HNS/F, erklärt: „Die überzeugenden Beweise aus dem Minnesota-Programm stützen das universelle Screening als wesentlichen Bestandteil der frühen Erkennung von Hörstörungen.“
Auf bundespolitischer Ebene wurde das Stop CMV Act (HR 5435/S 2842) im 119. Kongress erneut eingebracht, um die Finanzierung von Screening-Programmen auf cCMV zu unterstützen, die die Früherkennung und Intervention bei Hörverlust bei Neugeborenen verbessern sollen.
Mehrere Staaten setzen sich ebenfalls für gesetzgeberische Maßnahmen zum cCMV-Screening ein. Die AAO-HNS hat in New York, Vermont und Massachusetts Gesetzesentwürfe unterstützt, die ein universelles Screening anstreben. In Oregon hat die Organisation die Einführung eines gezielten Screening-Programms befürwortet, und es wird erwartet, dass auch andere Bundesstaaten wie Michigan und Illinois ähnliche Initiativen prüfen.