Am 3. März, zum jährlichen Welttag des Hörens, richtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren Fokus auf die wichtige Thematik des Hörverlusts bei Kindern. Unter dem Motto „Von der Gemeinschaft ins Klassenzimmer: Hörversorgung für alle Kinder“ wird die Kampagne für den Welttag des Hörens 2026 hervorgehoben, um die Dringlichkeit der frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Ohr- und Hörproblemen bei Kindern zu betonen. Ziel ist es, langfristige Entwicklungs- und Bildungsprobleme zu vermeiden.
Laut WHO leben weltweit etwa 90 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 19 Jahren mit Hörverlust. Die Organisation stellt fest, dass mehr als 60 % dieser Fälle durch präventive Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit verhindert werden können. Unbehandelte Hörprobleme können jedoch die sprachliche, kognitive und allgemeine Entwicklung eines Kindes gravierend beeinträchtigen und oft zu einer Verschlechterung der Bildungsergebnisse sowie zu geringeren Beschäftigungsmöglichkeiten im späteren Leben führen.
Schwerpunkt auf Integration und Frühförderung
Die Kampagne von 2026 fordert die Integration systematischer Hörscreening- und Früherkennungsdienste in bestehende Programme für Schul- und Kindergesundheit. Häufige und behandelbare Erkrankungen, wie Mittelohrentzündung mit Erguss (OME), chronische suppurative Mittelohrentzündung (CSOM) und verstopftes Ohrenschmalz, sind gängige Ursachen für Hörverlust bei Kindern. Eine frühzeitige Diagnostik ist entscheidend, um dauerhafte Entwicklungsbeeinträchtigungen zu verhindern.
Ein zentrales Anliegen der Kampagne ist die Notwendigkeit der sektorübergreifenden Zusammenarbeit. Die WHO fordert alle Akteure im Bereich der Ohren- und Hörpflege auf, sich eng mit Fachleuten aus den Bereichen Schulgesundheit, Kindergesundheit, Primärversorgung und Bildung zu vernetzen, um effektive Programme zur Förderung der Hörgesundheit zu entwickeln.
Zur Unterstützung dieser Kampagne bietet die WHO verschiedene technische Ressourcen für Gesundheitsdienstleister und öffentliche Gesundheitsbeamte an, darunter:
- Ein Implementierungshandbuch für Seh- und Hörscreening bei schulpflichtigen Kindern, das als Leitfaden für die Einrichtung von Screening-Programmen dient.
- Eine grundlegende Ressource für Ohren- und Hörpflege, die Schulungsmaterialien für nicht spezialisiertes Gesundheitspersonal zur Prävention und Behandlung häufiger Ohrenerkrankungen bereitstellt.
- Das mSafeListening-Handbuch, das evidenzbasierte Informationen zur Förderung sicheren Hörverhaltens bietet.
Zusätzlich hat die WHO neue Werkzeuge vorgestellt, darunter WHOears, eine tonbasierte App für Hörscreenings, sowie „Smart Hearing for Children“, eine Serie von Lehrvideos für Kinder im Alter von 5 bis 8 Jahren.
Die WHO ruft Organisationen dazu auf, ihre lokalen Veranstaltungen zum Welttag des Hörens 2026 zu registrieren, um die globale Sichtbarkeit von Initiativen zur pädiatrischen Hörversorgung zu erhöhen.